Folge 9: Ellen Maria Ernst über Rettet das Huhn e.V.

Wer steckt hinter dem Frühstücksei und dem Eiersalat? Die Hennen, die für die Eierwirtschaft gehalten werden, haben in aller Regel ein leidvolles Leben, das dazu kurz ist: Nach einem Jahr Turbo-Eierlegen werden sie entsorgt – im Schlachthof. Der Verein „Rettet das Huhn“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, so vielen Hennen wie möglich dieses letzte Schicksal zu ersparen und ihnen ein zweites, besseres Leben zu ermöglichen. Damit werden die Hennen zugleich zu Botschafterinnen, die mit ihrer Geschichte den grausamen Umgang mit Tieren in der Tierindustrie bezeugen und ein neues Mensch-Tier-Verhältnis anregen.

In dieser Folge spreche ich mit Ellen Maria Ernst. Sie engagiert sich im Vorstand von Rettet das Huhn e.V., war schon bei mehreren Rettungsaktionen dabei und hält in ihrem Garten selbst gerettete Hühner. Sie schildert die Situation von Hennen in Eierbetrieben, berichtet von ihren Erfahrungen bei der Vereinarbeit und erzählt außerdem sehr eindrücklich, wie sich die Einstellung gegenüber Tieren verändern kann, wenn man sie näher kennenlernt und mit ihnen zusammenlebt.

Folge 8: Anja Bonzheim über biozyklisch-veganen Anbau

Immer wieder wird behauptet, eine ökologisch sinnvolle Landwirtschaft würde ohne so genannte Nutztiere nicht funktionieren. Wir bräuchten die Ausscheidungen von Rindern, Schweinen oder Hühnern, um dem Boden Nährstoffe wiederzugeben, die wir in Form von Getreide oder Gemüse vom Feld abfahren. Biovegan arbeitende Betriebe zeigen allerdings schon lange überall auf der Welt, dass es auch anders geht.
Seit einigen Jahren gibt es außerdem einen eigenen Anbauverband für die nutztierfreie Anbauweise, den Förderkreis Biozyklisch-Veganer Anbau, der dafür sorgen will, dass sich diese Art der Landwirtschaft weiter verbreitet. In dieser Folge spreche ich mit Anja Bonzheim. Sie hat Öko-Agrarmanagement studiert und ist im Vorstand des Förderkreises tätig.

Folge 7: Rechercheaktivistin Lena über das Innere von Tierfabriken

Dicht gedrängte Puten mit großen blutigen Wunden, Schweine, die in ihrem eigenen Kot liegen, oder Ferkel, die brutal erschlagen werden – von diesen Zuständen in der Tierindustrie wissen wir nur, weil es Menschen gibt, die in Mast- und Zuchtanlagen die Situation der Tiere dokumentieren.

Ich spreche in dieser Folge mit Lena, die schon in vielen Ställen Bilder und Videos aufgenommen hat. Sie erzählt, wie sie das Innere der Tierfabriken erlebt, welche Entdeckungen für die Medien interessant sind und was sie motiviert, diese Arbeit zu machen.

Folge 6: Frederik Henn über die biovegane Gemüse-Genossenschaft PlantAge

So genannte Nutztiere spielen in der heute verbreiteten Landwirtschaft eine zentrale Rolle – ihre Ausscheidungen düngen oft auch die pflanzlichen Produkte wie Getreide und Gemüse. Für einen umfassenden Ausstieg aus der Tierindustrie muss dieser Zusammenhang gekappt werden. Wie kann man ganz ohne Nutztierhaltung Lebensmittel produzieren? Ein Konzept dafür liefert der biovegane Anbau. Bundesweit gibt es bislang nur wenige Betriebe, die ihn bewusst praktizieren, darunter PlantAge in Brandenburg.

Ich spreche in dieser Folge mit Frederik Henn, der das Projekt mit gegründet hat. Das Besondere an PlantAge ist nicht nur die Anbauweise, sondern auch das Organisationskonzept: PlantAge vertreibt das Gemüse nicht über Supermärkte. Stattdessen sind die Konsument*innen Mitglieder einer Genossenschaft und bekommen für einen monatlichen Beitrag eine Gemüsekiste.

Links:

PlantAge: https://www.plantage.farm/

Anbauverband Biozyklisch-veganer Anbau: https://biozyklisch-vegan.org/

Alle Podcastfolgen hier: https://friederikeschmitz.de/podcast/

Folge 5: Svenjo Heyne, veganer Ziegenhirte, über Naturschutz mit Ziegen

Brauchen wir so genannte Nutztiere, um Grünland und Wiesen zu erhalten und die spezifische Artenvielfalt der Kulturlandschaft zu erhalten? Immer öfter wird mit diesem Argument die Milch- und Fleischwirtschaft verteidigt. Allerdings gibt es auch eine Form von Naturschutz durch Beweidung, bei dem die Tiere weder gemolken noch getötet und aufgegessen werden.

Für diesen Podcast habe ich mit dem veganen Ziegenhirten Svenjo Heyne gesprochen. Er erklärt, warum es in manchen Fällen im Hinblick auf Natur und Artenvielfalt sinnvoll ist, Flächen von Ziegen abfressen zu lassen. Er schildert seine Arbeit und seinen Umgang mit den Ziegen.

Alle Podcastfolgen hier: https://friederikeschmitz.de/podcast/

Folge 4: Veronika Settele über die Entwicklung der industriellen Tierhaltung 1945 – 1990

Wie ist die heute übliche Nutzung von Rindern, Schweinen und Hühnern entstanden? Die Geschichtswissenschaftlerin Veronika Settele hat die Veränderungen zwischen 1945 und 1990 in der BRD und in der DDR untersucht und darüber ein Buch geschrieben, das in diesem Sommer erschienen ist.
Im Podcast spreche ich mit ihr über ihre Ergebnisse: Was hat sich in der Tierhaltung und im Verhältnis von Mensch und Tier verändert und warum? Welche Rollen spielte dabei Faktoren wie Nachfrage nach Fleisch, Milch und Eiern, die Agrarpolitik oder die kapitalistischen Wirtschaftsverhältnisse? Welchen Einfluss hatten ethische Überlegungen? Und was bedeutet das alles für die Situation heute?