Mini-Rezension: Tierethik – der Comic zur Debatte

Ich habe zwar vorher keine Lücke gesehen, aber dieses Buch füllt klarerweise eine: In Comic-Form erklärt es die Geschichte der Tierethik, wichtige aktuelle Argumente und Positionen sowie politische Strategien und Debatten der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung. Es ist fundiert, treffend, klug und an vielen Stellen ziemlich lustig, vor allem durch die gewitzten Zeichnungen.

Ich habe gestaunt, wie der Grafiker Oliver Hahn auch die abstraktesten philosophischen Begriffe originell veranschaulicht. Der Text stammt von Julia Kockel, die es ihrerseits schafft, komplexe Theorien kurz wiederzugeben, ohne sie zu verzerren oder zu sehr zu vereinfachen.

Ebenso beeindruckt war ich davon, wie die beiden ein so weites Themenfeld geschickt sortieren und so viele Aspekte des Mensch-Tier-Verhältnisses zumindest anreißen: Die Philosophie der Antike, die britischen Empiristen, das Verrohungsargument, die Anfänge der Tierrechtsbewegung, Mitleidsethik und Utilitarismus, Tierversuche und Zoos, vegane Konsumtrends, Bio-Lügen und Kapitalismuskritik, politische Utopien und illegale Aktionen, die Hauptsache-für-die-Tiere-Idee und Nazi-Tierschützer … um nur ein paar Beispiele zu nennen. Und natürlich bin ich höchst geschmeichelt, dass eine gezeichnete Version von mir auch etwas sagen darf 😮

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Ich kann das Werk also nur wärmstens empfehlen, sei es zu Bildungs- oder Unterhaltungszwecken, es erfüllt sie beide!

Julia Kockel/Olive Hahn, Tierethik. Der Comic zur Debatte, Paderborn 2017 (Wilhelm Fink-Verlag), 155 S., ISBN: 978-3-7705-6289-3, 19,90 Euro

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