Zu 1.: Es wird aber mit der Initiative für Fleischkonsum generell geworben.
Zu 2.: Ok, dann gilt mein Punkt nicht, dass sie auch in dieser Haltung Probleme mit Schwanzbeißen haben würde. Das käme dann auf einen Versuch an.
Zu 3.: Es stimmt, dass die Tierhalterin nicht alle erwähnten Eingriffe selbst durchführt. Mir geht es aber hier um das Leben der Schweine, und zu diesem gehört es dazu. Auch die Situation der Sauen gehört zum Gesamtbild dazu, denn ohne Kastenstandssauen gäbe es diese Mastschweine nicht. Und was die Tierhalterin angeht: Die Tierhalterin sorgt dafür, dass alle die gezeigten Schweine nach wenigen Monaten Leben umgebracht werden – ist das etwa keine Gewaltanwendung?
Zu 4.: Ich kenne den Aufsatz. Darin geht es darum, dass eine rein physikalische Beschreibung der Welt etwas auslassen würde – subjektive Erfahrungen aus einer Innenperspektive. Ein Element im Argument ist die Tatsache, dass wir uns nicht vorstellen können, wie sich die Raumwahrnehmung der Fledermäuse von innen anfühlen muss. Der Aufsatz soll nicht dazu dienen zu zeigen, dass wir keinerlei Wissen über die subjektiven Erfahrungen anderer Wesen haben können. Würde er das zeigen, würde das übrigens genauso für die subjektive Erfahrung anderer Menschen gelten.
Natürlich kann man nicht genau nachfühlen, wie es ist, ein Schwein zu sein. Aber es gibt einschlägige Forschung zu den Verhaltensbedürfnissen von Schweinen, es gibt Beobachtungen dazu, was Schweine gerne tun, wenn sie die Gelegenheit dazu haben. Sie wollen also solche Forschung und Beobachtung außer Acht lassen und sich einfach darauf verlassen, dass die Schweine im Film „zufrieden aussehen“? Es gibt auch Leute, die behaupten, dass Sauen in Kastenständen zufrieden aussehen. Das ist nichts anderes als Wunschdenken.
Schweine würden, wenn sie könnten, anders leben. Das zeigen Versuche im Freiland und Beobachtungen von Wildschweinen ganz klar. Was gibt uns das Recht, ihre Entscheidungen so einzuschränken und sie zu zwingen, ihr Leben in diesen Ställen zu verbringen?
Zu 5.: Stimmt, diese Tiere gäbe es nicht. Ich denke nicht, dass ihre Leben quasi unterm Strich positiv waren. Aber selbst wenn das so wäre – wieso wäre das eine Rechtfertigung für die Gewalt, die den Tieren zugefügt wird? Die Einschränkungen, die Tötung? Wäre es auch ok, Kinder zu gebären, um sie für einen zwangsarbeiten zu lassen, solange die „zufriedenen Menschenerlebnisstunden“ überwiegen? Das ist keine Weise, wie man mit dem Leben von bewussten Individuen rechnen kann.