Hier meine Kommentare zu Ihren Kommentaren:

1. Der gezeigte Stall ist sicher außergewöhnlich, nichtsdestotrotz gibt es ihn und die Tierhalterin selbst hat sichtlich Spaß daran. Niemand behauptet, dass alle Tierwohl-Ställe so aussehen.
2. Die Tierhalterin erklärt doch, warum ihre Schweine kupierte Schwänze haben: Der Betrieb, von dem sie die Ferkel bezieht, bietet das nicht an. Sie hat irgendwo im Web auch erklärt, warum sie nicht Meyers Ringelschwanzprämie beantragen kann. Der Betrieb, bei dem sie die Ferkel kauft, hat Sauenhaltung und Ferkelaufzucht organisatorisch getrennt, das heißt, ein Zweig läuft auf den Namen der Ehefrau, der andere auf den Namen des Ehemannes. Voraussetzung für die Ringelschwanzprämie ist allerdings, dass die Ferkel von einem Betriebs stammen, wo alles unter einem Dach ist, auch organisatorisch – wofür auch immer das gut sein soll.
3. Die Tierhalterin betreibt einen Maststall, das heißt Sauenhaltung und Ferkelaufzucht finden woanders statt. Soweit ich weiß, bietet die Tierhalterin auch Betriebsführungen an. Einer Person ohne persönliche Kenntnis “routinemäßige Gewaltanwendungen” zu unterstellen, finde ich nicht in Ordnung.
4. Als Philosophin kennen Sie eventuell den Aufsatz “What is it like to be a bat?” von Thomas Nagel. Sie schildern hier, wie es für Friederike Schmitz wäre, ein Schwein zu sein. Das ist aber etwas anderes als es für ein Schwein ist, ein Schwein zu sein. Wir als Menschen wissen schlichtweg nicht, wie es für Schweine ist, Schweine zu sein. Die Schweine in dem Film jedenfalls sehen zufrieden aus.
5. Ohne Fleischkonsum und Nutztierhaltung gebe es diese Tiere nicht. Wäre das besser? Wieviel zufriedene Tiererlebnisstunden weniger wären das? Wollen Sie darüber urteilen, ob diese Leben es wirklich wert sind, gelebt zu werden?